Die Ausstellung "curar a la familia" (Heilung der Familie) thematisiert die Verbindung zwischen Mensch und Natur und dem Lauf der Zeit. Die Ausstellung, die zum Frühlingsbeginn eröffnet wird, zeigt Parallelen zwischen dem Reichtum der Natur und turbulenten menschlichen Zuständen auf. Mit Simon Adam Peters charakteristischen sinnlichen Porträts, überlagert mit Bildern von Pflanzen in verschiedenen Blühstadien, flüsterndem Laub und verstreuten Stücken gefallenen Holzes, symbolisieren seine Gemälde die Überlegenheit der Natur und ihr Potenzial zur Heilung sowohl des Individuums als auch der kollektiven Gesellschaft. Dieses in alten Weisheiten verwurzelte Paradigma steht in krassem Gegensatz zum patriarchalischen kapitalistischen System von heute und suggeriert, dass ein Heilmittel für die verbreitete Entfremdung in der Rückbesinnung auf Gemeinschaftswerte, die Ehrfurcht vor der Natur und die Akzeptanz der Vergänglichkeit liegt. "curar a la familia" lädt die Betrachter ein, diese Wahrheit mit allen Sinnen zu erfahren. Die Arbeiten zeigen überwiegend einsame, nackte männliche Figuren, die oft von Pflanzen umgeben sind oder sich in mit Blumen geschmückten Innenräumen befinden. Eingetaucht in Schichten von Blattwerk, sind Peters Subjekte von einem Gefühl der Sehnsucht durchdrungen, oft in Kontemplation dargestellt, wobei ihr Blick auf der Suche nach Trost über die Grenzen der Leinwand hinausgeht. Dieses Wechselspiel zwischen Innen- und Außenräumen leitet die innere Erzählung der Ausstellung. Jedes Gemälde dient als Mikrokosmos, wobei einige vor Lebensfreude strotzen, während andere in kontemplativem Monochrom schwelgen. Wie der Wechsel der Jahreszeiten, so schwingt auch das Pendel der Gefühle unaufhörlich. Um das Hochgefühl der frühlingshaften Wiedergeburt zu erleben, muss man zunächst die Dunkelheit des Winters durchqueren. Peters Figuren oszillieren zwischen Leidenschaft und Schmerz, erleben Momente der Ekstase inmitten von Leere. So wie der Winter für das Wachstum von Flora und Fauna unerlässlich ist, so sind auch Zeiten der Reflexion und der Konfrontation mit der inneren Dunkelheit entscheidend für das Verständnis der Komplexität des menschlichen Daseins. Indem man sich auf die Komplexität der Seele einlässt, können echte Verbindungen und Heilung innerhalb der menschlichen Familie möglich werden.

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