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Malerei und Zeichnungen
Ausstellungsdauer:
16.07.2004 - 31.07.2004
Neulich habe ich ferngesehen. Forscher haben auf den Polen tief im Eis gegraben. Sehr tief. Bis sie an Schichten kamen, die hundertausend Jahre alt waren. Dort haben sie etwas gefunden. Nicht Holz, nicht Stein, sondern etwas sehr delikates war eingeschlossen im Eis: Luft. Sie fanden Luft aus der Vergangenheit. Die Vorstellung, dass ein so flüchtiges und ephemeres Element diese Zeit überdauert hatte, war bemerkenswert.
Während viele zeitgenössische Maler und Malerinnen ihre Leinwände großformatig spannen und mit kräftigen Farben bearbeiten, bleibt die Malerei Henriette Grahnerts reduziert, bescheiden in der Größe der Formate, sparsam in den Farbkontrasten und in der malerischen Ausformulierung der Motive. Sie selbst sagt: »Es ist eher das nicht Sichtbare, die Zwischenräume, die Leere, die wirken sollen, wie das Undurchsichtige, Unaussprechliche, das nur spürbar ist.«
Grahnert stellt keine konkreten Situationen dar, sondern Zustände. Die Bergmassive, die kleinen Hütten, Zelte und Farbwürmer, die sich durch ihre Bilder ziehen, sind Mittel zum Zweck. Sie initiieren einen Prozess. Den Prozess des Sehens. Aber nicht das alltägliche Sehen, sondern ein Sehen in der Vorstellung. Grahnerts Bilder sind flüchtig und zugleich dicht. Sie sind sparsam bestückt mit Bildelementen und zugleich prallvoll mit all jenen Dingen, die man nicht sieht. Henriette Grahnert malt Leinwände, die an Skizzenblätter erinnern. Kurze Momente in Zeit und Raum, eine spontane Idee, ein Gefühl, werden mit leichten Pinselstrichen eingefangen. Überflüssige Linien werden übermalt. Alles Unnötige wird weggelassen oder zurückgenommen.
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