Florian Ebner und Manuel Reinartz - P > S

25.11.2006 – 23.12.2006

Fotografie 

Die Formel P—›S’ ist auf den ersten Blick ein kurioser, schwer lesbarer und sperriger Titel, fast eine kleine Zumutung. Als Bezeichnung einer Ausstellung bietet sich vielleicht folgende Interpretationsweise an. Geht man davon aus, dass P für Bilder oder Fotografien (pictures/photographs) stehen und S für ein bestimmtes Sujet (subject) im allgemeinen, so könnte die Formel lauten: P zeigt S, oder bildet S ab, oder verweist zumindest darauf; doch handelt es sich nicht einfach um S, sondern bereits um dessen Ableitung S’. Offensichtlich ist im Prozess der Darstellung, des Transfers ins Bild etwas von S verloren gegangen oder S hat sich zumindest verändert.

Der Titel dieser Ausstellung greift, nicht ohne Ironie, eine Frage der analytischen Philosophie auf, was Bilder, und Fotografien im Besonderen, denn nun eigentlich darstellen. Weit davon entfernt, auf diese großen und häufig gestellten Fragen Antworten finden zu wollen oder zu können, kreisen die Arbeiten vielmehr um den Faktor X oder besser die Faktoren X, die zu ganz unterschiedlichen Ableitungen von S führen; dabei sind nicht in erster Linie die technischen Parameter der Bildgestaltung gemeint, sondern vielmehr die Intentionen, die dem Blick sowohl des Autors wie auch des Rezipienten eines Bildes zu Grunde liegen mögen.

In P—›S’ wird die Fotografie selbst zum Objekt der Betrachtung.

 Die Ausstellung von Florian Ebner und Manuel Reinartz präsentiert zwei gemeinsam entstandene Arbeiten aus diesem Jahr: zum einen handelt es sich um eine Serie von Sachaufnahmen, die anhand einer bestimmten Spezies von Geräten verdeutlicht, dass die technischen Bilder der Kamera das Gesicht der Dinge (Béla Balász) herausarbeiten. Zum anderen handelt es sich um das Video eines Spiels, das aus den über Jahrzehnte hinweg tradierten Formen großstädtischer Kinderkultur schöpft. In der Ausstellung werden auch weitere Arbeiten der beiden Autoren zu sehen sein, die sich in die inhaltliche Klammer einfügen: zwischen einer die Wirklichkeit errettenden Funktion des Bildes und dem Zweifel am Bild.   

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