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Christian Herzig

Index «-01/35
o.T., 2012, Öl auf Leinwand, 40x40 cm
o.T., 2012, Öl auf Leinwand, 40x40 cm

Mit vielseitigen malerischen Mitteln aus collagierten Fotofragmenten und pointiert auf der Leinwand stehenden Sätzen und Begrifflichkeiten entwickelt Christian Herzig ein ebenso furioses wie humorvolles Spiel mit den Traditionen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Malfläche seiner Leinwände dient ihm weniger als Schauplatz eines grüblerischen Kraftakts der Bildfindung, denn als vielmehr willkommener Anlass zu hintersinnigen Experimenten am offenen Leib der Kunst. Mit der Akribie eines Anatomen legt er die zentralen Nervenbahnen der Moderne frei, obduziert schwelende Infektionsherde des Plakativen, Expressiven und Ironischen im Bild, um wiederum daraus seine eigene Behauptung malerischer Zeitgenossenschaft zu präparieren.

Herzigs Figuren und Motive bleiben häufig isoliert agierende Solitäre in grotesken Welten. Sie bewegen sich auf bisweilen pastos aufgetragenen Untergründen und in eher angedeuteten als ausformulierten Bildräumen, welche letztlich ihrer realen Vergewisserung harren. Urgrund aller Handlungen und Szenen bleibt allein die Farbe. Sie bildet die ebenso einfache wie autonome Bühne für ein minimalistisches Theater der Andeutungen, für ein Vexierspiel aus Motiven, Skizzen und Fragmenten: Wo eine blütenprächtige Oase über bewegter See dahin schwimmt, weist uns der klärende Bildtext mit Witz und Ironie auf die existentiellen Fragen eines aktuellen Umgangs mit Malerei auf jener „Insel der fröhlichen Maler“  hin; Wo wir unter einer dicken Malschicht gar das Portrait der Königin Luise aufblitzen sehen, lässt der begleitende Kommentar eine gewisse Unzufriedenheit mit der Mode heutiger Frauen erahnen. Christian Herzig ignoriert leichtfüßig alle Fragen nach Ernsthaftigkeit und grüblerischer Auseinandersetzung mit der Tradition. Stattdessen wendet er sich einem lustvollen künstlerischen Arbeiten zu, das strenge Konventionen Konvention sein lässt und enge Regeln eben Regeln. Und so geraten insbesondere die figürlichen Protagonisten in Herzigs Bildwelten zu mitunter absurden Akteuren, die sich in der täglichen Don-Quichotterie der Moderne zu verheddern drohen.


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