Henriette Grahnert betreibt humorvolles Bad Painting im Bereich der Abstraktion. Ihre mit Absicht verunstalteten, gleichsam zugeschmierten Bilder zeigen, dass Kaputtmalen nicht immer gleich zu einem coolen Bild führen muss. Die große Geste des Zumüllens und des nichtigen Einfalls ergeben oftmals eben nur ein mittelmäßiges, eher langweiliges Bild. Erwartungshaltungen werden so von Grahnert gewollt unterlaufen. Interessant ist, dass die Künstlerin bekennt, das müsse man eben aushalten oder wie sie es ausdrückt: "Die Sehnsucht nach Liebe und Schönheit muss mit Enttäuschungen umgehen können. Man muss dabei Wunden verdecken, sie aber nicht verstecken. Man muss die Größe haben, sich auch Peinlichkeiten einzugestehen (...)." Grahnerts Kompositionen, manchmal mit einigen wenigen figurativen Versatzstücken versehen, erinnern an die NeoGeo-Ironisierungen eines John M. Armleder, nur sind sie eben gewollt viel schlechter gemalt. Manchmal torkeln ein paar Rechtecke auf der Fläche, dann wieder sind es einfachste Muster oder Anklänge von Alpenmotivik, die jäh von groben Pinselstrichen aufge- und unterbrochen werden. Die teilweise äußerst lustigen Titel verdeutlichen den ironischen Aspekt in der Tradition von Kippenberger und Oehlen.