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Erasmus Schröter

Contest 18, 2011, C-Print, Diasec, 150x120cm, 1/5Contest 21, 2011, C-Print, Diasec, 150x120cm, 1/5Contest 11, 2011, C-Print, Diasec, 150x120cm, 1/5
Contest 12, 2011, C-Print, Diasec, 150x120cm, 1/5Contest 17, 2011, C-Print, Diasec, 150x120cm, 1/5Contest 23, 2011, C-Print, Diasec, 150x120cm, 1/5
Im Schnee 1, 2011, Silbergelatine, Barytabzug, 24x31,5cm, 1/3Im Schnee 2, 2011, Silbergelatine, Barytabzug, 24x31,5cm, 1/3Haus im Schnee, 2011, Silbergelatine, Barytabzug, 24x31,5cm, 1/3
Wald 20, 2011, Silbergelatine, Barytabzug, 24x31,5cm, 1/3Bunker WB LXI, 2005, C-Print, Diasec, 178x267cm
Bunker WB XLV,  1999, C-Print, Diasec, 120x155cmBunker WB XV, 1992, C-Print, Diasec, 150x120cmBunker WB LVIII, 2006, C-Print, Diasec, 178x240cm
Bunker WB LI, C-Print, Diasec, 120x180cmBunker WB XXVIII, 1992-2003, C-Print, Diasec, 120x153cmBunker WB LIV, C-Print, Diasec, 122x173cm
Panzer P IV, 1994, C-Print, Diasec, 120x150cmKanone P XV, 1998, C-Print, Diasec, 152x120cm
Panzer P XVI, 1999, C-Print, Diasec, 120x150cmFlugzeug F I, 1999, C-Print, Diasec, 148x120cmRakete F IV, 1994, C-Print, Diasec, 160x120cm
Flugzeug F VIII, 1999, C-Print, Diasec, 120x173cmFlugzeug F II, 1999, C-Print, Diasec, 1998, 120x147cm
Laube V, 1998, C-Print, Diasec, 120x147cmLaube II, 1999, C-Print, Diasec, 120x149cmLaube VIII, 1998, C-Print, Diasec, 150x120cm
Laube XI, 1999,  C-Print, Diasec, 120x175cmKomparsen Frau 23, C-Print, Diasec, 150x120cm
Komparsen Frau33, 2008, C-Print, Diasec, 120x150cmKomparsen Frau34, 2008, C-Print, Diasec, 120x160cmKomparsen Frau 6, 2000, C-Print, Diasec, 120x150cm
Komparsen Frau30, 2008, C-Print, Diasec, 124x161cmKomparsen Frau29, 2008, C-Print, Diasec, 122x145cmKomparsen Mann09, 2008, SW-Fotografie, Diasec,  154x120cm
Komparsen Mann10, 2008, SW-Fotografie, Diasec,  120x180cmKomparsen Mann 2, 2000, SW-Fotografie, Diasec,  120x151cmKomparsen Mann 4, 2000, SW-Fotografie, Diasec,  160x120cm
Komparsen Mann 7, 2002, SW-Fotografie, Diasec,  120x150cmContest 05, 2005, C-Print, Diasec,  150x120cm
Contest 02, 2006, C-Print, Diasec, 150x120cmContest 08, 2009, C-Print, Diasec, 150x220cmContest 07, 2009, C-Print, Diasec, 150x220cm
Leipzig 1985, Silbergelatineprint, 70x100cmTankstelle, Magdeburg 1985 , Silbergelatineprint, 70x100cm
“Mann mit Falken” , Leipzig 1982 , Silbergelatineprint ca. 43 x cm 34 cm„Junger Mann mit Palme“ , Leipzig 1984, Silbergelatineprint, ca. 43 cm x 34 cmWartende an einer Haltestelle in der Neujahrsnacht 1980-81, Leipzig, Infrarotfotografie, Silbergelantine, 30x43cm
Ein Kind wartet, Leipzig 1981, Infrarotfotografie, Silbergelantine, 30x43cmDas Ohr, Dresden 1981, Infrarotfotografie, Silbergelantine, 30x43cmEin Lama soll in einen Ballsaal geführt werden, Leipzig 1981, Infrarofotografie, Silbergelantine, 30x43cm
Tätowierter junger Mann, Leipzig 1981, Infrarotfotografie, Silbergelantine, 30x43cm
Theater des Übersehenen  

Geruch von Benzin liegt in der Luft, wenn der Leipziger Fotokünstler Erasmus Schröter und sein Team, Bildobjekte in bühnenhaft dramatisches Licht setzen. Die Elektroenergie mehrerer wattstarker Stromaggregate speist dann ganze Reihen farbiger Scheinwerfer und Blitzanlagen. Sie werfen am Ort seiner Aufnahmen gleißendes, stark eingefärbtes Licht auf seltsame Objekte. Erasmus Schröter zelebriert in seinen Bildern Dinge, die am Rande, in Dunkelheit existieren, dem Verschwinden preisgegeben sind. Über mehrere Jahre fotografierte er auf diese Weise zum Beispiel die Bunkerruinen an den europäischen Nordsee- und Atlantikküsten. Diese grauen, langsam verrottenden, bizarren Betonklötze werden durch Schröters Illumination jäh aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen. In fast obszöne Bonbonfarben getaucht ,die unserer bunten Werbewelt entlehnt sein könnten, entwickeln sie eine überraschende Ambivalenz zwischen Schauder und Schönheit. Besonders die Bilder, der im Abendlicht schimmernden, meerumspülten Betonskelette konterkarieren provokant die Stimmungslage romantischer deutscher Malerei eines Caspar David Friedrich oder Arnold Böcklin. Im scharfen Kontrast zum martialischen Beton der Bunker, fotografierte Erasmus Schröter dann eine Serie über verlassene, aufgegebene Gartenlauben. Dies sind nun höchst fragile, morsche, hölzerne Überreste eines längst vergangenen Gartenglücks. Selbstgezimmerte private Architektur, möglicherweise von der gleichen Generation Männer erbaut, die auch die Bunker errichten mussten.

Verfall und Vandalismus ausgesetzt, gehören sie zu den Dingen, die man gewöhnlich übersieht, gar nicht mehr bewusst wahrnimmtauf keinen Fall einer fotografischen Aufnahme für wert hält. Im gebündelten Lichtkegel der Schröter`schen Lichtinszenierung jedoch, gelangen sie plötzlich zu rätselhafter Würde und Bedeutung.

Für das Ausstellungsprojekt „PHOENIX“, welches 1996 im Gasometer Oberhausen gezeigt wurde, nahm Erasmus Schröter die Bilder zur Serie „Ins Licht „ auf. Die großformatigen Panoramafotografien entstanden auf stillgelegten Industriegeländen des Ruhrgebietes – Zechen, Hochöfen und Gleisanlagen. Sein Thema ist hier, wie sich die Vegetation rasch das, vom Menschen erst seit kurzem verlassene Terrain zurückerobert und die Strukturen aus Stahl und Beton überwuchert. Erasmus Schröter gehört zu den Fotokünstlern, die mit den Mitteln der konventionellen, chemischen Fotografie, weitab aller Manipulationen am Rechner oder im Labor, die Grenzen ihres Mediums ausschreiten. Rohstoff der Magie seiner Bilder ist allein der uralte Rohstoff der Fotografie seit je - das Licht.

  

Tobias Wieland


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