In Pop Antenne zeigt Max Hechinger neue Arbeiten, in denen sich seine Malerei als System aus Bildzeichen, Erzählfragmenten und Wiederholungen entfaltet. Mit scharfen Konturen, holzschnittartigen Formen und typografischen Setzungen ordnet er Figuren, Tiere und Objekte — Pferde, Bäume, Antennen — innerhalb klar strukturierter Bildräume.
Hechingers Arbeitsweise ist intuitiv und zugleich konstruktiv: Bildideen entstehen unmittelbar im Malprozess, während Kontrast, Rhythmus und Platzierung die Bedeutung bestimmen. Die Bilder funktionieren weniger als abgeschlossene Szenen denn als Teile eines visuellen Vokabulars, das sich im Ausstellungsraum weiter zusammensetzt.
Zwischen Idylle und Tristesse spiegeln die Arbeiten Erfahrungen ländlicher und naturnaher Lebensräume. Anthropomorphisierte Tiere handeln darin nach einfachen Bedürfnissen — schlafen, bauen, sammeln, feiern — und eröffnen Erzählräume, die ebenso humorvoll wie ambivalent bleiben. Die Malerei verdaut Erinnerungen, Übertragungen und Imaginationen zu eigenständigen Mikrokosmen.
Gleichzeitig löst Hechinger die Landschaft zunehmend auf: Hinter den Figuren verschwimmen Räume zu rasterartigen Fragmenten. Aus gefundenem Bildmaterial isolierte Figuren werden abstrahiert und in eine neue Bildsprache übersetzt. Das verborgene Gitternetz karierten Papiers dient dabei als strukturelle Folie — Ausgangspunkt für neue Erzählungen und Hinweis auf die Ordnungen, mit denen Wahrnehmung organisiert wird.
Der Ausstellungstitel Pop Antenne beschreibt diese Arbeitsweise: wie ein lokaler Sender bündelt die Malerei wiederkehrende Motive zu einem kontinuierlichen Strom aus Bildern — unmittelbar, vertraut und dennoch offen lesbar.

Porträtfoto: Sebastian Gögel/@fantasticrealism
Abbildung: Pop Antenne, 2025, 130x100cm, Öl und Acryl auf Leinwand

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