Mit Fuzzel Tov präsentiert Tabitha Rub einen überwiegend neuen Werkkomplex, der durch einige frühere Arbeiten seit 2023 ergänzt wird. Der Titel, eine spielerische Abwandlung von „Mazel Tov“, verweist auf eine Ausstellung, die Zusammengehörigkeit, Leichtigkeit und die Möglichkeit von Freude feiert. Als sommerliche Ausstellung bietet Fuzzel Tov einen Moment der Erholung und Hoffnung in einer Gegenwart, die häufig von Gegensätzen, Unsicherheit und Untergangsszenarien geprägt ist.

Rubs leuchtende, warmfarbige Gemälde zeigen flauschige, gesichtslose Wesen, deren Gesten von Fürsorge, Nähe, Freundschaft, Solidarität und Kooperation erzählen. Sie versammeln sich, umarmen einander, erscheinen in Porträts und behaupten sich in herausfordernden Situationen, ohne ihren Humor oder ihre Offenheit zu verlieren. Ihre fehlenden Gesichter machen sie zugleich universell und unheimlich: Frei von festgelegten Gesichtsausdrücken laden sie dazu ein, eigene Gefühle und Erfahrungen auf sie zu projizieren.

Die Figuren bewohnen ein alternatives Universum, das aus einem vielfältigen und bewusst zugänglichen Feld von Referenzen entsteht. Märchen, Popkultur, Film, Musik und Kunstgeschichte begegnen sich darin ohne Hierarchie. Anklänge an Adam und Eva, Rapunzel, Susi und Strolch, Leonardo da Vincis Dame mit Hermelin, Titanic und Britney Spears treten nebeneinander und bleiben dabei unmittelbar verständlich. Rubs sanfter, kindlich-frecher Humor stellt die Vorstellung infrage, dass sich ernstzunehmende Kunst ausschließlich mit ernsten Themen beschäftigen müsse.

Die Gemälde entstehen in zahlreichen Schichten Eitempera, einem aufwendigen und in der zeitgenössischen Malerei vergleichsweise selten verwendeten Medium. Da sich die Farben nicht direkt auf der Leinwand vermischen, müssen Formen und Gesten von Beginn an klar angelegt sein. Wiederholte Markierungen, kontrastierende Farbtöne und sorgfältig gesetzte Schatten erzeugen die Illusion von Fell. Der Gegensatz zwischen weichen Körpern und harten Oberflächen verleiht den Bildern zugleich eine haptische Dichte und eine subtile Spannung. So entsteht eine Welt, die fremdartig, zärtlich und tröstlich wirkt – eine hoffnungsvolle Vorstellung gemeinschaftlichen Lebens.

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